Sonntag, 9. November 2014

Tödliche Liebesgrüße aus Aschersleben!

Bombthreat live im Metalschuppen Leipzig 08.11.2014

Veni, Vidi, Vici!
Eigentlich bin ich kein Konzert- oder Festivalgänger... Aber wenn ausgerechnet die Band live spielt, für die man das letzte Album-Cover und andere Gestaltungsarbeiten übernommen hat, kann man nicht einfach wie so oft nein sagen. Außerdem trat der ascherslebener Fünfer auch noch innerhalb des erträglichen Einsatzradius im leipziger Stadtgebiet auf und so war der Abend reserviert und fett rot angestrichen im Kalender! Hurra: Ein paar Bier, gute Laune und menschenverachtende Untergrundmusik im subversiveren Teil von Leipzig-Connewitz, genauer gesagt: Stockartstraße, Metalschuppen!

Meet and Eat!

Die Lokalität besticht durch eine sehr kompakte, räudig-improvisierte Atmosphäre, das Bier ist billig und wird in Flaschen ausgeschenkt und man darf überall rauchen – herrlich! Bei meiner Ankunft am Ort des Geschehens (Straßenbahnfahrten sind auch nicht mehr das, was sie mal waren – aber das ist eine andere Geschichte), musste ich erstmal den Eingang finden und wurde zum Ziel geleitet durch die Frau, die sonst meine Haare stutzt und agile Hälfte des Bombthreat-Bassisten ist. Endlich angekommen! 5,-€ Eintritt bezahlt, Bändchen ums Handgelenk gewurschtelt bekommen, Bier geöffnet, Sanitäreinrichtungen inspiziert, eine geraucht...herrlich! Es folgten 70 Minuten Warten und Quatschen und meet and Eat...äh, greet mit den restlichen Bombthreat-Mitgliedern, Soundcheck und erwartungsvolles Harren auf den Auftritt.
Dann war es soweit: Bombthreat enterten die Mini-Bühne und legten publikumsnah los. Scheiße war das laut – herrlich! Der Schwerpunkt der Setlist lag auf Titeln des letzten Albums "Back from Oblivion" und die Herren ließen es sich nicht nehmen auch ein Kleinod aus früheren Zeiten zu intonieren: D-Day. Ein absoluter Brüller war dann das vielfach geforderte "Innards on Tray" – die anwesende Bombthreat-Gefolgschaft brüllte mit und mir klingeln jetzt noch die Ohren! Wer hätte gedacht, daß in einem hühnerstallgroßen Kabuff so die Post abgehen kann!? Danke dafür Bombthreat und Metalschuppen!

Innards on Tray!
Fazit.
Kurz gesagt: geiler Abend! Auch wenn es mich bisher höchst selten in diesen "verrufenen" Teil Leipzigs zog, ist die Ecke dort einen Ausflug wert! Bei der aktuellen Stadtentwicklung (Stichwort "Hypezig") bleibt einem nur zu hoffen, daß dieser und all die anderen untergründigen Orte und die sie gestaltenden Idealisten nicht den Gierschlunden und Gleichmachern zum Opfer fallen, die drauf und dran sind aus Leipzig ein zweites Berlin machen zu wollen.

(D.P.)

P.S.: Danke an Bombthreat für die CD!

Keine Kommentare:

Kommentar posten