Samstag, 13. August 2016

Jäten im Garten der Lüste.

„Der hatte doch irgendwas was genommen…?“
Die Bildwelten eines Hieronymus Bosch beeindrucken selbst 500 Jahre nach seinem Tod bis heute. In dieser Woche feiert man in 's-Hertogenbosch, seiner Heimatstadt, die Grablegung des recht mysteriös gebliebenen Künstlers und im madrider Prado darf der oder die Glückliche die wohl umfangreichste Ausstellung des Gesamtwerks bestaunen. Es sind nicht viele Bildwerke, die man dort erblicken darf, doch machen die schiere Bildgewalt und die herrlich abstrusen Inhalte dies wieder wett. Dämonen, Bestien, schräge Gestalten und Fratzen tummeln sich in Wimmelbildern und ich für meinen Teil bewunderte die Machart schon länger.
Immer wieder wie ein Schwein durchs Dorf getriebene Fragestellungen, ob die abgebildeten Bestialitäten die Folge Substanzmissbrauchs oder geistiger Verwirrung gewesen sein könnten, lassen sich nicht mehr beantworten und zeugen eher von der phantasielosen Kleingeistigkeit der Fragesteller. Meiner Meinung nach war weder das eine noch das andere ursächlich. Warum auch. Der menschliche Geist ist – sofern dieser ausgiebig gebraucht wird – grenzenlos, auch ohne Hilfsmittel oder Hirnschaden. 

Und so huldige ich – als einfacher und farbfehlsichtiger Kritzler am Zaun der Künste – diesem Meister des Kryptischen und werfe dieses, im Vergleich zu Bosch sehr aufgeräumt und übersichtlich wirkende Bildchen in den Sumpf der Belanglosigkeiten. Amen!

Ei ei ei, ein Ei!

(D.P.)

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