Donnerstag, 11. Juni 2015

B-Day. 06|06|2015


Mir klingeln jetzt noch die Ohren…
Laut war's! Und auch sentimental – für die Herren von BOMBTHREAT, die sich anlässlich ihres 20jährigen Bandjubiläums bzw. Record-Release nicht nur über die zahlreich erschienen Freunde, Sympathisanten, Unterstützer und Familienmitglieder freuen durften, sondern wohl auch selbst die eine oder andere Träne verdrücken mussten…
Hinweis: Dieser Rückblick stellt eine persönliche Meinungsäußerung dar und deckt sich nicht zwingend mit den Ansichten anderer Anwesender.




Preludium – oder: Da ist Wurst im Fußraum!


Mit der Fertigstellung der Jubiläums-EP und dem dazugehörigen Merchandise, hieß es für BOMBTHREAT am vergangenen Samstag, dem 06.06.2015, den runden Geburtstag angemessen im Kreise der Anhängerschaft würdig zu zelebrieren. Dank Einladung und Mitfahrgelegenheit beim Bassisten (Danke dafür Seppl!) ging es also nach Aschersleben. Eine gartenlaubige Übernachtungsgelegenheit war auch organisiert worden (Danke Siggi!) und es blieb vorab genug Zeit noch per pedes eine kurze Stadtführung zu absolvieren, bevor es zum Ort der Feierlichkeit gehen würde. Am Rande sei mein Eindruck von ASL erwähnt: Hier klappen sie die Bürgersteige scheinbar nur selten herunter – kaum eine Menschenseele irrt hier herum. Aber das Wetter war prächtig.
Am späten Nachmittag ging es dann mit dem Wagen, im Fußraum des Fond lag nach einem Bremsmanöver verpackter Aufschnitt, zum Veranstaltungsort – ein Industriegebiet, genauer gesagt, die Halle eines ortsansässigen Tischlereibetriebs (*) – wo schon der Aufbau der Bühne (ein Anhänger), der Tontechnik, des Merchandise-Standes und Getränkeausgabe so gut wie fertig vorzufinden war. Nach Einrichtung der Absperrungen und Positionierung des Einlasses, trudelten auch schon die ersten geladenen und zahlenden Gäste ein. 

Einheizer.
Vorbands haben es manchmal nicht leicht. Bevor BOMBTHREAT selbst die Bühne entern sollten, erklommen CORNERIA und anschließend DELIVER THE GALAXY den Anhänger bzw. die Bühne. Erstere gingen leider – zumindest war das mein Gefühl – irgendwie unter. Die Masse des Publikums stand nämlich noch vor der Halle im Freien, qualmte dort aufgrund des drinnen ausgerufenen strikten Rauchverbots, tankte ordentlich Bier, vertilgte die belegten Brötchen und unterhielt sich angeregt oder tat sich gütlich am Merchandise-Stand. Und immernoch trudelten weitere Besucher und geladene Gäste ein, die den "Saal" füllen und zur einzigartigen Stimmung beitragen sollten. Gefühlt schienen sogar mehr Gäste zu kommen als erwartet – ein solches Jubiläum ist und bleibt eben ein Publikumsmagnet. 
So drang zwar Musik aus der Halle nach draußen, aber die jungen Herren von CORNERIA blieben mir selbst im Vorbeigehen auf der Jagd nach Essbarem nur durch ihre schmissige Version von Sodoms "Ausgebombt" in Erinnerung. 
DELIVER THE GALAXY wiederum zogen schon mehr Publikum vor die Bühne. Musikalisch und auch was den Unterhaltungswert (Rotor!) betrifft, spielen die in einer eigenen Liga und sollten später am Abend nochmal in Erscheinung treten. Sänger und Bassist zeigten trotz einiger klaffender Freiräume vor der Bühne eine solche Energie, daß man denen auch eine Stelle in anderen, großen Bands hätte geben können und die das Ding gewuppt hätten. Ich für meinen Teil behalte die auf dem Schirm und harre den Dingen, die da kommen werden...

Der Publikumspreis geht an...
Bunt gemischt. Alle Altersstufen. Ein Panoptikum. Einem Elsterglanz-Sketch entstiegene Originale... 
Andere Ausdrücke fallen mir nicht ein um das Publikum zu beschreiben. Die Anwesenden verdienen nämlich ein besonderes Lob. Denn im Gegensatz zu "gewöhnlichen" Konzerten dieses Genres, kamen auch Familienangehörige der Bandmitglieder und Menschen, die es wahrscheinlich nie zu solchen Musikveranstaltungen führen würde und die allein durch ihr normales Aussehen irgendwie aus der Menge der Kutten- und Band-Shirt-Träger auffallen mussten und sich doch einreihten in die Schar der Gratulanten. 
Bemerkenswert ist übrigens die Tatsache, daß es weder Verletzte noch gravierende Zwischenfälle gab – die Ausfälle durch hastigen und üppigen Bierkonsum am Ende mal außen vor gelassen. Prost & Gute Besserung!

Garagenbier. 
Mmmmmh...Bier! Manch einer mochte es nach nuschelndem Bekunden eher handwarm, der andere (fast) alkoholfrei und wiederum andere in Mengen. Einige tranken Wein. Muss es auch geben. 
Einer der Höhepunkte des Abends war sicherlich das eigens für das Konzert von GaBi in Kooperation mit Aschebräu gebraute Bier im 50l-Fass, auf dessen Ausschank alle sehnlichst warteten. In Ermangelung passender Anschlüsse verzögerte sich jedoch die Verkostung und es dauerte gefühlte Ewigkeiten und kostete Nerven, bis endlich alles in geordneten Bahnen aus dem Zapfhahn in die ausgetrockneten Kehlen floss. Dunkel in der Farbe, geschmacklich ausgefeilt und weit stärker als handelsübliches Bier, rann das edle Jubiläumsgebräu in Strömen und es wurde schnell klar, wie schnell 50 Liter verdunsten können... 
Randnotiz: Am nächsten Tag konnte man darüber hinaus (neben anderen leeren Behältnissen) 21 leere Kisten Bier zählen. Nochmals nachträglich Prost!

Feuerzeuge raus!
Der eigentliche Höhepunkt des Abends war mit Abstand der Auftritt der lauten Fünf. Mit etwas Zeitdruck im Nacken, vor gefüllter Halle stiegen die Herren empor und spielten – so empfand ich das als Laie – den Gig ihres Band-Lebens. Anfälle von Lampenfieber wichen schnell treibender Spielfreude, Enthusiasmus flutete den Raum und schwappte zwischen Bühne und Publikum hin und her. Herrlich! Zwischendrin erklommen dann zwei Herren von DELIVER THE GALAXY noch die Bühne und nötigten unter vorgehaltenen Gratulationen die BOMBTHREATer zum Anziehen ihrer Band-Shirts, sodaß der Rest des Auftritts in fremder Dienstbekleidung von statten ging. Und weil man sich dem Anlass gebührend nicht hatte lumpen lassen, bestiegen auch ehemalige Bandmitglieder die Bretter, die die Welt bedeuten und intonierten gemeinsam Klassiker aus dem BOMBTHREAT-Repertoire... Wirklich sentimental wurde es aber erst, als Feuerzeuge trotz Rauchverbots gezückt, diese wogend hin und her geschwenkt wurden und das Auftrittsende nahte. Zwar ist die Idee, daß alle Bandmitglieder nach und nach einzeln ihre Instrumente abstöpseln und die Bühne verlassen nicht neu, aber wirkungsvoll bei der Lösung des Zugabewunschproblems und der Lösung von Tränendrüsenüberdruck. Mir war so, als ob bei einigen die eine oder andere Träne im Augenwinkel blitzte. Einen Ausklang fand BOMBTHREATs Auftritt mit einem langsamen Schlagzeug-Solo, das den sonst nur hinter seinem Arbeitsplatz verschanzten Weiner ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückte. Das war doch sehr ergreifend. Das war schön. Das war ein bewegendes Auftrittsende...

Reprise.
"Alles raus!" – keine Stunde nach Auftrittsende wurde abrupt der Kehraus eingeleitet, weil – warum auch immer – der Hallenbesitzer in die Seche kriechen wollte oder schon zum Früstück einen Furz zuviel verzehrt haben könnte. Mit diesem unpassenden, unsinnigen und so nicht vereinbarten Partyende hätten die allerwenigsten gerechnet – auch wenn die Miene des Verursachers schon früher am Abend Omen genug gewesen sein war. Statt Party und Ringelpietz bedeutete das Nachtruhe und Schotten dicht…
Nach einer etwas durchwachten aber äußerst bequemen Nacht im zugewiesenen Bungalow zusammen mit Linse (auch wenn das merkwürdig klingt: Danke für die Frühstücks-Banane!) am anderen Ende Ascherslebens, ging es Sonntag vormittags zurück zum Ereignisort: Aufräum- und Spurenbeseitigungsmaßnahmen standen auf dem Plan! Und alles ging irgendwie schneller als erwartet – trotz leicht tönerner Füße. Die umherliegenden Zigarettenstummel, die nicht ihren Weg in die Urne fanden, wurden eingelesen; das Leergut sortiert, getürmt, verpackt; Müll eingetütet, Tische zusammengefaltet; Ton- und Instrumententechnik zum Transport demontiert und auf die zur Verfügung stehenden Fahrzeuge verteilt und letzten Endes dem handwerkenden Miesepeter die Halle übergeben – vorher aber noch schnell drinnen alles durchgefickt...äh, gefegt. 
Ein letztes Highlight dieses erinnerungswürdigen Wochenendes stand dann aber noch auf dem Plan: die Fahrt zum berühmt-berüchtigten BOMBTHREAT-Probenkeller! Denn dorthin wurden die noch vollen Bierkisten und andere wichtige Frachten verbracht und ich durfte endlich mal das muffig-morbide Flachbaukämmerlein mit eigenen Augen erblicken, das ich bisher nur von Fotos oder aus Erzählungen kannte...ein passender Abschluss für ein bemerkenswertes Ereignis!

Ein besonderer Dank und Grüße gehen an: BOMBTHREAT (Schimmel, Malle, Siggi, Weiner, Seppl) für Alles, Señorita Rasante Anja S. (dem Finger gute Besserung) und Linse für Gespräche und Banane...

(D.P.)





















Kommentare:

  1. ...vielen Dank für die Blumen...aber zum Bier muss erwähnt werden, dass das Einbrauen ein Gemeinschaftsprojekt von GaBi und Aschebräu war. Schönen Tag noch und immer ordentlich Durst, Insp.

    AntwortenLöschen
  2. Herzlichen Dank für den Hinweis – ich habe es stante pedes korrigiert/geändert...! (D.P.)

    AntwortenLöschen