Dienstag, 2. Juni 2015

Wo liegt Çlampunien?

Ein Gastbeitrag von Qwasimir del Antemada yos Pampilmusas 
(Ministerium für Touristik von Çlampunien).

Auf nach Çlampunien! Dieser Ruf der seit geraumer Zeit aus vielen Reisebüros quer durch die EU zu vernehmen ist, bleibt selbst in taubem Ohr nicht ungehört. Denn die Republik Çlampunien ist besser als ihr Leumund und hält was andere sog. Traumreiseziele (wie z.B. der Harz oder Bellabimba) nur versprechen. Ganzjährig bestes Wetter, bis zu 24 Stunden am Tag strahlendster Sonnenschein, echte einheimische Menschen und unschlagbare Genussmittelpreise! Im Folgenden möchte ich Ihnen mein Land – das wunderbare Çlampunien – kurz vorstellen und Sie herzlichst einladen, Ihren nächsten Urlaub hier zu verbringen!

Çlampunien: Sanfte Strukturen.
Landesname.
Die Herkunft des Landes- bzw. Inselnamens Çlampunien (çlampunisch: Çlampunija) ist nicht mehr eindeutig zu klären. Die frühe Verwendung des Wortteils çlampunji zum Beispiel für Eigenbezeichnungen (Çlampunicarna, 6.Jhdt.) weist auf bedeutend ältere Bedeutungsinhalte hin. Der çlampunische Sprachforscher Jeltschak Palavra stellte in einer seiner früheren Arbeiten die These auf, daß der Wortstamm einem alten Dialekt von Çlampuniens Nordküste entstammen könnte, wo noch heute der Ausdruck slam'pju Verwendung in der Alltagssprache findet und heute in etwa mit "fantasieren" übersetzt werden kann. 

Blühende Landschaften.

Geographie
Çlampunien ist eine Insel und liegt auf südwestlicher Höhe des thantalanischen Meerbusen im Süden des nordwestlich von Punta Poperza vorgelagerten Atlantischen Tiefbeckens. Mit einer Fläche von 64.315 Quadratkilometern wird das idyllische Eiland von Ost nach West zweigeteilt durch eine Bergkette, dem Ajacha-Massiv (höchste Erhebung 3157m "Munto Falus"). Der ländlich geprägte Norden Çlampuniens, eine fruchtbare Hochebene ("Vlachàta"), ist durchzogen mit zahlreichen Flüßen, die über die Jahrtausende die Landschaft formten. Der südliche Teil dagegen ist weitestgehend von flachen Hügelketten überzogen, durchbrochen von landschaftlich reizvollen Felsenformationen ("Knivelikjas"). Çlampunien ist darüber hinaus reich an seltenen Bodenschätzen (natürliche Vorkommen von Ununtrium, Metneriumerz und Edelmetalle) und verfügt über eine reiche, urwüchsige Hartholzflora.

Immerhin: Goethe war niemals hier!
Bevölkerung
Das Volk der Çlampunier ist in seiner Heterogenität recht homogen. Andernorts für wichtig erachtete Schattierungen von Hautfarben gelten landesweit als irrelevant. Einzig die unterschiedlichen Ausprägungen von Aberglaube, Religiosität und anderen Wahnvorstellungen ermöglichen eine Unterscheidung der diffusen Volksgruppen. Wie in allen modernen Industriestaaten auch, lebt der überwiegende Teil der Bevölkerung Çlampuniens in den Städten, 9% allein im Ballungszentrum der Hauptstadt Çlampa do Polja. Bevölkerungszahl (nach Volkszählung 2013): ca. 10,4 Mio Einwohner. Wichtige Volksgruppen sind Çlampen 34%, Ûlvomi 25% (davon 68% bistrophobe Pasupaken), Musçquoten 19%, Quokeja 16%, Sonstige 6%.

Und am 8. Tag schuf Gott Çlampunien.
Geschichte Çlampuniens.
Die Geschichte Çlampuniens ist wechselvoll und voller Missverständnisse. Im 6. Jahrtausend v.u.Z. wanderten die ersten strapüdischen Pusepanken vom Stamm der Kopotonki über eine damals noch existente Landbrücke vom kastofschen Festlandzipfel in die fruchtbaren Ebenen des frühneolithischen Çlampuniens ein. Früheste Zeugnisse dieser friedlichen Landnahme finden sich in Form skyballischer Tonwarenerzeugnisse noch heute an Straßenrändern und Souvenir-Shops im ganzen Land. Mit der Überflutung der erwähnten Landbrücke zu Beginn des 3. Jahrtausends v.u.Z. endete die erste Migrationswelle und die Protoçlampunen etablierten eine frühe Form spättrivialer Pfahlsitzkultur, die in dieser Form bis zum Ende des 2. Jahrtausends v.u.Z. vorhielt, um in eine ungeordnete Feudalherrschaft dreibeiniger Schlenzupaken (eine deformierte Herrscherkaste lokaler Potentaten) zu münden, die erst im 6.Jahrhundert u.Z. in der Revolution der Nordçlampunischen Frœselaien-Bewegung endete. Das folgende Schreckensregime – die "Çlampunicarna" – schuf in den nächsten vier Jahrhunderten dann die ersten Grundlagen für das, was wir heute stolz Çlampunien nennen dürfen. Der Ausbau des Wasser- und Straßenwegesystems, die Errichtung von festen Siedlungen und die Schaffung einer staatlichen Verwaltung, ähnlich dem Bakschischki-System kreidezeitlicher Russkoten Vorderasiens, sind dabei erwähnenswert. 
Das 10.Jahrhundert – mit dem kompletten Kollaps des Çlampunicarna-Regimes im Jahre 982 – bildete dann den nächsten von vielen kleinen und großen Wendepunkten in der illustren Geschichte Çlampuniens. Das Christentum fand seinen Weg auf dieses abgelegene Eiland, die Herausbildung einer dünnen, wohlhabenden Bürgerschicht nahm ihren Anfang und die Einführung der Monarchie unter Frudjango I. dem Prächtigen, entrissen Çlampunien dem dunklen Zeitalter und führten es auf die Bühne des Weltgeschehens.

Schein oder nicht Schein – das ist hier doch nicht die Frage.
Mit dem Beginn der Neuzeit bis ins 19. Jahrhundert dominierten nun die Dynastien der Allüren, Romañten, Pempilmusen und Mjuda. Politische Stabilität und geordente staatliche Strukturen förderten den Wohlstand und die Insellage Çlampuniens begünstigten die Entwicklung einer einzigartigen Kultur, losgelöst von störenden äußeren Einflüssen. In dieses goldene Zeitalter Çlampuniens fallen die großen Entdeckungsfahrten eines Tabasco di Beda oder Rocco Sifredi (Entdeckung des Seewegs nach Punta Poperza). Die ungünstige Verwicklung in Kriege, die die restliche Welt erschütterten, konnte dank der isolierten Lage des Çlampunischen Inselreichs vermieden werden und das Land prosperierte bis zum Ende des 18.Jahrhunderts.

Çlampunische Architektur: Licht, Luft, Schall und Rauch!
Der Beginn des 19. Jahrhunderts markiert dann den schleichenden Niedergang der Monarchie und den zügigen Beginn der Industrialisierung. Mit dem Tod des letzten Mjuda-Königs Chuchu VI. im Jahre 1829, stürzte das Çlampunische-Reich in eine kurzweilige Krise, die die alten spätfeudalen gesellschaftlichen Strukturen hinweg fegte, das Land aber nach Außen öffnete und für fremde Einflüsse erschloss. Das entstandene Machtvakuum konnte erst durch das im Zuge der Industrialisierung erstarkte und zunehmend machtbewusstere Bürgertum gefüllt und die staatliche Ordnung so wieder hergestellt werden. Diese Zeit der 1. Çlampunischen Republik (ab 1842) wird in Çlampunien auch als "Zeit des dampfenden Eisens" bezeichnet: der Aufbau des Eisenbahnnetzes wurde vorangetrieben, die Ausbeutung der Bodenschätze kam zügig voran und die Grundpfeiler der çlampunischen Industrie wurden mittels Dampfmaschinisierung und Kohleimporten aus Übersee gesetzt und zeugen bis heute von der Willenskraft der Çlampunier dem Fortschritt in ihrem Land ein Zuhause zu geben. Bis in die 20er Jahre des 20.Jahrhunderts prosperierte die 1. Çlampunische Republik, bis auch hier die Weltwirtschaftskrise (siehe Schwarzer Freitag) allen Träumen von allgemeinem Wohlstand ein vorläufiges Ende setzte. Ähnlich wie in vielen anderen Ländern kam es zu einem erstarken faschistoider Bewegungen auch in Çlampunien. Allen voran ist hier die Follidiotistà-Bewegung des Südçlampunischen Separatistenführers Adolfesco di Pampiya zu nennen. Schwere Unruhen erschütterten ab 1932 weite Teile des Landes, nachdem die Preise für Grundnahrungsmittel infolge galoppierender Inflation auf astronomische Werte geklettert waren. In dieser aufgeheizten Situation putschten sich die Follidiotistàrden zusammen mit Einheiten des çlampunischen Militärs unter Vize-Admiral Miguelho Pausbakjon am 30. Februar 1935 an die Macht und errichteten eine von Repressionen und Defäkation dominierte Gewaltherrschaft nach dem bananenrepublikanischen Prinzip einer postmodernen Junta südamerikanischer Prägung. Einzig dem trägen Freiheitswillen breitester Schichten der çlumpanischen Bevölkerung ist es zu verdanken gewesen, daß dieses Schreckensregime nur 40 Jahre dauerte. Das Dahinscheiden des despotischen Demagogen Adolesco di Pampiyas im Frühjahr 1975 und die anschließende Selbstentwaffnung des çlampunischen Militärs signalisierte dann den gewaltfreien Übergang in die 2. Republik, die bis heute Bestand hat. Seit 1985 ist Çlampunien UNO-Mitglied und seit 1989 im Bund blockadefreier Staaten. 

Çlampunien – hier essen wir alles, außer Hunde!
Klima
Çlampunien liegt auf der Trennlinie zwischen subpolarer Warmfrontzone und tropisch-kontinentalem Zugluftstrom transatlantischer Hemisphärenzirkulation. Das Klima darf ganzjährig als mild bis tendenziell heiß bezeichnet werden. Im Hochsommer herrschen durchschnittlich etwa 186°Schwiçis (entspricht ca. 42°Celsius) und die Sommermonate sind trocken. Die Winter sind mild und niederschlagsreich. 

Infrastruktur.
Währung
Offizielles Zahlungsmittel in Çlampunien ist der Çip (1 Çip = 100 Çipkis). Ausländische Währungen werden aber landesweit ebenso wie Kreditkarten und Schecks akzeptiert. Das Umtauschverhältnis Euro/Çip beträgt derzeit (Stand 02. Juni 2015) 1:13. 

Çlampunien, Heimat alles Schönen!
Kunst und Kultur
Die Çlampunen sind ein musikalisches Volk und stehen auch den anderen Künsten von Natur aus nahe. Das Nationalinstrument, die Plimzette (ein Schlag-/Streichinstrument aus den Langknochen des endemischen Çlampuni-Storchs) ist Teil jeden Haushalts und bereits im Vorschulalter lernen junge Çlampunen das Spiel des Schramsas auf diesem komplexen Instrument. Der Schramsa ist dabei Ausdruck çlampunischer Lebensfreude gepaart mit der süßlich-pessimistischen Monotonie spätmittelalterlicher Dristœ-Schanten. Außenstehende erfreuen sich beim Zuhören besonders an den für ungeübte Ohren schrill wirkenden Schreien der Mamutas, einer Art Klageweiber gewandet in traditioneller Çlampunen-Tracht. International bekannte Schramsa-Interpreten sind das Mah-Da-Laijsa-Ensemble oder das Tinitussa-Terzett.
In den bildenden Künsten sticht vor allem die Malerei hervor. Staatlich subventionierte Freiflächen dienen besonders jungen Künstlern zur Entfaltung ihrer kreativen Potentiale. Auffällig sind dabei die Vielzahl farbenfroher, plakativer und großformatige Darstellungen sogenannter Popolustas – ein Motiv, für das Çlampunien vom Rest der Welt seit jeher beneidet wird.

Wir bauen gern für Sie um!
Sehenswürdigkeiten
Ganz Çlampunien ist eine Sehenswürdigkeit. Denn Çlampunien bietet Vielfalt, Abwechslung und ein Highlight jagt nach dem anderen. Hervorzuheben sind jedoch im Besonderen die Hauptstadt Çlampa do Polja mit ihrer pittoresken Altstadt und den Resten der Festung von Frudjango I.; die schier endlosen Sandstrände der Gosta Monstrança und natürlich die freundlichen, offenen Einwohner dieser Insel! Gastfreundschaft wird hier nicht nur groß geschrieben, sondern steht sogar im Wappen! 

(Q.P.d.A.y.P.)

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