Mittwoch, 23. Oktober 2013

Planfisch-Kalender 2014: Making of. [10]

Mai: Mechasquito

Was summt denn da...?

Es ist wieder Zeit: Bastelstunde! Für meinen Bruder als Geschenk einstmals konstruiert und dann wieder fast in Vergessenheit geraten: das Kücheninsekt. Wie ich nach all der Zeit finde, immernoch zeitlos, originell und schick, besteht dieser überdimensionale Brummer aus allerlei Küchen- und Alltagsutensilien und leuchtet sogar dank der integrierten Lampe.
Teeschnapper dienten mir als Augen, eine Reiskochkugel (oder war das mal eine Salatschleuder?) formte den Körper, Regenschirmgelenke bildeten sie Beine und eine massive Holzschraube als Saugstachel vervollständigten das Gebilde. Eine alte, ausgediente UFO-Lampe, die mir nicht mehr gefiel, war dann der Teilespender für die Innenbeleuchtung: denn dieses Leuchtmittel drehte sich und wechselte die Farben und verlieh dem metallenen Rieseninsekt genau den letzten Schliff. Zusammengehalten wird der Krabbler von Schrauben und Nieten.
Eine normale Fliegenklatsche würde nicht mehr ausreichen...

Und weil diese extravagante Insektenleuchte weitestgehend unbeachtet in der Wohnung meines Bruders herumvegetierte, lag es nahe, sie einem breiteren Publikum vorzustellen. Ich legte bei der Fotografie Wert auf die feinen Details und eine recht strenge Symmetrie der Darstellung, die noch verstärkt wird durch die Weißfärbung des Hintergrunds. Als kleinen lebendigen Kontrapunkt zum Mechanischen montierte ich noch das Bild einer echten Mücke hinzu um auch den Bogen zu schlagen hin zur vorbildgebenden Natur. Das bildete letztlich einen guten Kontrast (Größenkontrast und kunstphilosphischer Kontrast, wenn man so will) und schließt für den Betrachter den Kreis zwischen hausgemachter Biomechanik und tatsächlichem Leben, wie es summt und Blut saugt!

(S.V.)

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