Dienstag, 24. Juni 2014

Tanz in den Sommer.

Sonnenwendfeier mit Holz, ohne Feuer und frei von obskurer Idiologie.

7000 rekonstruierte Jahre blicken auf dich herab!
Es geht Schlag auf Schlag hier im Fischplan-Blog und Kollege D.P. fordert ohnehin schon seit längerem eine höhere Beteiligung meinerseits an dieser Stelle. Und da der Sommer begonnen hat, liegt es nahe, mal Ausflugsziele in und um Leipzig mal unter die Lupe zu nehmen. 


Kalendarisch gesehen hat der Sommer ja am letzten Samstag begonnen. Es war Sommersonnenwende – der längste Tag und auch Anlass schon den zweiten Tag in Folge hier mal was zu posten! Und so schnappte ich mir am Samstag spontan zwei Freundinnen und ab ging es nach Goseck, dem Fußballgedöns entfliehend zum dortigen Sonnenobservatorium! Das Gosecker Sonnenobservatorium ist eine beeindruckende Rekonstruktion einer steinzeitlichen Kreisgrabenanlage, die vor knapp 7000 Jahren unterschiedlichen Zwecken diente (für weitere Infos siehe Link).

Und in der Gegenwart feierte man da passenderweise im Jahre 2014 die Sommersonnenwende: mit Tanz, Speis und Trank. Eigentlich war auch der Blick durchs Teleskop geplant, aber da es zu bewölkt war, erübrigte sich das leider genauso wie der direkte Blick auf die spät untergehende Sonne... Und das ebenfalls geplante obligatorische Lager- bzw. Sonnenwendfeuer fiel auch ins Wasser, da der zur Aufsicht Eingeteilte krank war und die Feuerwehr lieber Fußball gucken musste – der Wahn ums runde Leder macht selbst vor solchen Anlässen keinen Halt – schade.

Immerhin sorgten die luftig gekleideten Tänzerinnen der Gipsy-Reigentanz-Musik-Truppe "Balinka" aus Leipzig für folkloristisch angehauchte Stimmung, die auch die umstehenden Besucher zum Kreistanz animierten. Ich selbst wurde übrigens wiederholt Opfer dreister Mai-/Juni-Käfer-Attacken. Die kleinen Krabbler schwebten fröhlich durch die Luft und landeten gern auch mal in den Haaren! Irgendwie putzig...
Zum Abschluss gab es noch ein kleines, kurzes Feuerwerk; Biertresen, Rostergrill und Suppenküche packten zusammen, die Menschen liefen auseinander und gegen ca. 23:00 Uhr war es auch schon wieder vorbei. Der moderne Mensch hat kein Durchhaltevermögen mehr... 

Fazit.
Auf jeden Fall ist es eine interessante historische Anlage, die man auch abseits solcher Anlässe mal besuchen kann. Und da Sonnenwendfeiern in unseren Breiten stets der verdächtige Geruch idiologischer Färbung anhaftet, war die lockerlustige, volksfestartige Atmosphäre eine echte Überraschung und hob diese urig schöne Tradition auf einen zeitgemäßen Level. 
Jetzt muss nur noch der Sommer schön werden!

Mehr Infos zur Location:

(S.V.)

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