Mittwoch, 25. Mai 2016

Überdruckventilation. [6]

Sofort gründlich die Augen ausspülen!
Es dauert nicht mehr lang und bald ist Weihnachten…äh, Filmstart des neuen Star Trek-Films. Es gab Zeiten, zu denen der Weihnachtsfestvergleich nicht hinkte und es tatsächlich einem freudigen Wiedersehen mit alten Freunden gleich kam, wenn ein neuer Teil des in diesem Jahr 50. Geburtstag feiernden ScienceFiction-Dauerbrenners in den Lichtspielhäusern startete. Das ist längst vorbei. Heut herrscht Skepsis und Zaudern beim Gedanken daran, daß der nunmehr dritte Teil des sog. „Reboots“ die raumfahrende Franchise endgültig zur süß-kitschig effektheischenden Hipster-Lachnummer mit abgeklatschten Anleihen an StarWars degenerieren wird. Nachdem Anfang des Jahres ein erster Trailer beim fundamentalistisch eingefleischten Publikum durchfiel (Fast’n’Furious in Space…), macht es der neulich veröffentlichte zweite Trailer nicht wirklich besser, obgleich die Reaktionen der StarTrek®-Fans unverständlicherweise positiver waren. Warum auch immer. Somit bleibt abzuwarten, wie bescheiden der neue Film werden wird, wo doch schon beim Anblick der bisherigen Trailer offensichtlich wurde, daß wieder kräftig in die falsche Kiste gegriffen worden sein könnte und der Streifen wieder den kruden Versuch unternimmt das StarWars-Publikum und anderes Gesocks aus den Windeln zu hauen. Gene Roddenberry rotiert wohl wieder im Grab... 


Demnächst in Ihrem Bahnhofskino...

Kurzanalyseverfahren.
Stichwort Größenwahn – alles muss größer werden. Mal wieder. Die in der Vorschau gezeigte Sternenbasis sieht aus wie ein halbfertiger Todesstern. Die auch in diesem Film immernoch potthässliche Enterprise dockt in einer Art Röhre an und es erübrigt sich die nach dem letzten Kackfilm gestellte Frage nach dem „geht’s noch absurder“. Sicher. Geht.

Devise Mach kaputt den Scheiß – wieder mal. Auch in diesem Film wird die – ich wiederhole mich – potthässliche Enterprise wieder von Finsterlingen angegriffen und kaputt gemacht. Da schon J.J.Abrams in den letzten beiden Machwerken seinen perversen Fetisch auslebte, im Stile von StarWars, aufgeblasene Vehikel in zerschossenem Zustand in die Atmosphäre, ins Meer und ins Blaue fliegen zu lassen, wundert es den Zuschauer nur noch peripher, daß es den hässlichen Pott diesmal wohl komplett zerlegt und auf die Oberfläche eines blöden Arbeitslager-Planeten schickt. Hoffentlich bleibt das Ding auch liegen... Oder alles war nur ein holpriges Holodeckprogramm oder ein Teil der Matrix oder eine Episode innerhalb einer Episode von Herr der Ringgames of Thrones. Wer weiß...

Willkommen im Popo-Club – Nachdem die klassischen StarTrek®-Bösewichte überhaupt – die Klingonen – in den ersten beiden Teilen von vormals stolzen, charakterlich vielschichtigen Kriegern mit wallendem Haar und üblen Manieren zu Lackleder tragenden, gepiercten und scheinbar glatzköpfigen Gelegenheitshomosexuellen aus dem hintersten Winkel irgendeines schlimm versifften Dorf-Darkrooms mutierten, wundert es überhaupt nicht mehr, daß der neue Fiesling irgend ein wechselwarmer, schlecht gelaunter Depp in Echsen-Maskierung und schlimmer Kindheit geworden ist. Toll. Wie originell. Echt mal. Diese schrille Mischung aus Jem’Hadar-Transe und Gorn-Salamander soll wohl Angst machen, bleibt aber schon im Trailer in seiner offensichtlichen Eindimensionalität stecken und verendet qualvoll in fiesester Albernheit beim abspulen seines Drohungsrepertoires…so wie der trübe Rest der sog. „Besetzung“.

Überprüfen Sie diesen Schaltkreis – Leider leider hört man schon Gerüchte trapsen, daß der gepeinigte StarTrek®-Freund noch einen 4. Film mit der trottligen Truppe aus dem Paralleluniversumsklimbimm ertragen werden muss, sofern denn die Kasse klingeln wird beim Dritten. Ein Schelm, wer hofft, daß die aktuelle Kinoreihe unerwartet in ein Asteroidenfeld manövriert, um dort für den Rest des Jahrhunderts darüber nachzudenken, wie man Liebgewonnenes repariert, nachdem man es so ramponiert hat.
Für alle die es merkwürdigerweise dennoch kaum erwarten können, hier eine kurze Prognose des 4. Reboot-Films: Arbeitstitel bisher „Star Trek Episode XIV: Furious’n’Fast“. Inhaltlich wird die Crew um den Kirk-Darsteller mit einer noch viel, viel größeren (mind. 80km lang) und umso potthässlicheren Enterprise (weniger Funktion diktiert die Form) dorthin geschickt, wo bisher niemand hinwollte. Dort treffen die Abenteurer dann auf einen noch viel viel bösereren Bösewicht, der – völlig zur Überraschung des explosionsverwöhnten Publikums – die Crew samt Schiff kaputt macht, um im Anschluss selbst bei Tee und Gebäck in Ruhe alte Folgen von StarTrek® via Subraum-TV zu schauen. Ich freu mich drauf…

(D.P.)

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